Badminton – Covid 19 0 : 2

Bitter, bitter, bitter.

Anders kann man das leider nicht ausdrücken.

Gleich zwei Finalspiele bei der Europameisterschaft in Kiew wurde heute abgesagt. Zwei Spieler wurden positiv auf Covid-19 getestet.

Leider ist davon auch Mark Lamsfuß betroffen. Wie badminton.de berichtet, geht das Finale damit kampflos an die beiden Russen Ivanov / Sozonov, die damit zum zweiten Mal nach 2014 Europameister werden. Für Mark Lamsfuß und auch seinen Partner bleibt es damit bei der Silbermedaille.

Ebenfalls betroffen ist der Topfavorit im Herrneinzel. Dänemark Badmintonstar Viktor Axelsen wurde ebenfalls positiv getestet. Der Titel geht nun an seinen Landsmann Anders Antonsen.

Badminton.de:

Die EM-Regularien sehen vor, dass Mark Lamsfuß nun für 13 Tage auf seinem Hotelzimmer in Quarantäne gehen muss. Das Gleiche gilt für seinen Spielpartner und Zimmerkollegen Marvin Seidel sowie für seine Mixedpartnerin Isabel Herttrich (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim), da diese jeweils als Erstkontakt von Mark Lamsfuß gelten.

Vor dem Test am Samstag, der das positive Ergebnis mit sich brachte, war Mark Lamsfuß im Rahmen der Titelkämpfe bereits viermal auf COVID-19 getestet worden. Diese Tests fielen allesamt negativ aus. Auch Marvin Seidel und Isabel Herttrich wurden am Samstag (erneut) getestet: Ihr Ergebnis war jeweils negativ.

Mark Lamsfuß gewann in Kiew neben Silber im Herrendoppel außerdem mit Isabel Herttrich Bronze im Mixed.

„Ich bin sehr enttäuscht und traurig darüber. Wir waren in Top-Form und hätten uns heute die Goldmedaille geholt“, erklärt Nationalspieler Mark Lamsfuß in einer ersten Reaktion.

„Es tut mir unheimlich leid für Mark und Marvin. Die Nachricht am heutigen Morgen war wie ein Schock. Aber wir kennen die Risiken und die aktuellen Bedingungen. Wir müssen diese natürlich akzeptieren“, erklärt DBV-Sportdirektor Martin Kranitz gegenüber badminton.de.

Finale

Geschafft! – doch noch ein Endspiel bei der EM in Kiew mit Deutscher Beteiligung.

Trotz einer bisherigen 1:7-Matchbilanz gegen Kim Astrup/Anders Skaarup Rasmussen, gelang es Mark Lamsfuß / Marvin Seidel das Topgesetzte Dänische Doppel (Weltranglistenplatz 11) im Halbfinale aus dem Turnier zu werfen. Das Deutsche Duo „strafte“ damit ihren eigenen Bundestrainer ab. Detlef Poste äußerte sich in einem Statement nach den Viertelfinals „denn es läuft bei den beiden hier nicht so rund wie bei der Team-EM“. Damit darf sich Poste gerne einen zweiten Hut kaufen, um diesen zu ziehen (siehe Zitat von gestern). Dabei gab es für Mark Lamsfuß ein Déjà-vu Erlebnis zum Mixed am Vormittag. Erneut führte er mit Seidel im ersten Satz bei 20 und musste wieder in die Verlängerung. Wie im Mixed, reichte es wieder zum Satzgewinn, diesmal mit 23:21. Doch dann gelang den beiden der entscheidende Unterschied. Sie ließen die beiden Dänen im zweiten Satz nicht mehr aus dem „Schwitzkasten“. Am Ende gelang mit 21:17 ohne Satzverlust der Einzug ins Finale.

Kleine Randnotiz: auf Seiten der Dänen saß der Ex-DBV-Bundestrainer im Herrendoppel, Jakob Hoi, der u.a. auch an der Entwicklung von Lamsfuß / Seidel seinen Anteil hatte. Auf der Seite des Deutschen Doppels, saß mit Jeppe Ludvigsen ebenfalls ein Däne, der seit dem 01. November 2020 in Diensten des DBV ist.

Nun gilt es, sich für die Finalgegner Ivanov / Sozonov zu präparieren. Zwei ungewöhnliche russische Spieler – schon allein auf Grund der Größenverhältnisse – was auch die Halbfinalgegner Ellis / Smith zu spüren bekamen. Die an Position zwei gesetzten Engländer unterlagen deutlich mit 15:21 / 10:21 und mussten wohl ihren vielen Einsätzen im Doppel und Mixed Tribut zollen. Ellis steht morgen im Mixed im Finale, dass Lamsfuß ja so unglücklich verpasste.

 

Hier die Finalreihenfolge für den Sonntag:

Mixed:                 Ellis / Smith (1 – ENG) – Alimov / Daveltova (6 – RUS)

Dameneinzel:    Carolina Marin (1 – ESP)– Line Chritophersen (7 – DEN)

Herreneinzel:    Viktor Axelsen (1 – DEN) – Anders Antonsen (2 – DEN)

Herrendoppel:  Lamsfuß / Seidel (5 – GER) – Ivanov / Sozonov (1 – RUS)

Damendoppel:  Stoeva / Stoeva (1 – BUL) – Birch / Smith (2 – ENG)

 

Los geht es um 11:00 Uhr. Übertragen wird wieder bei Sportdeutschland.TV.

https://sportdeutschland.tv/badminton

Bleibt zu hoffen, dass die beiden nicht in die Fußstapfen von Michael Fuchs (Marktheidenfeld) und Oliver Roth treten. Denn die beiden holten 2012 „nur“ Silber in Schweden 😊

In Kiew soll es nun mal wieder Gold werden!

Bitteres Mixed-KO nach mehreren vergebenen Matchbällen

Diese erstaunten Gesichter der beiden, über manch eine Schiedsrichterentscheidung, gab es mehrfach im Spiel.

Es war am Ende eine mehr als bittere Niederlage, die Mark Lamsfuß und Isabel am Ende hinnehmen mussten. In einem Duell auf Augenhöhe hatten sie im ersten Satz mit 22:20 das Glück auf ihrer Seite. Die Russen Alimov / Davletova waren dann aber im zweiten Satz deutlich überlegen und siegten mit 21:14. Der dritte Satz war dann auch geprägt von einigen Seltsamen Schiedsrichterentscheidungen. Mal überstimmte er seine Linienrichter, mal übernahm er deren Entscheidungen entgegen der deutlichen Reaktionen der Spieler und Trainer. So gab es auch während des Entscheidungssatzes einige Diskussionen mit den Spielern.

Lamsfuß / Herttrich konnten sich erst am Ende des Satzes etwas absetzen und hatten beim Stand von 20:18 auch zwei Matchbälle. Doch das russische Mixed erkämpfte sich noch die Verlängerung. Auch hier lagen Lamsfuß / Herttrich zweimal vorne, ehe bei 22:22 der Schiedsrichter wieder eingriff. Diesmal überstimmte er bei einer knappen Entscheidung seinen Linienrichter nicht, und die Russen nutzten anschließend ihren ersten Matchball, um mit 24:22 ins Finale einzuziehen.

Bleibt für Mark Lamsfuß nur noch die ungleich schwerere Alternative, mit Marvin Seidel die favorisierten Dänen auszuschalten, um ein Finale in Kiew zu erreichen. Für das Mixed bleibt es bei der Bronzemedaille wie 2018. Damals gab es ein ähnliches Resultat mit 17:21 / 21:15 / 23:25 gegen die späteren Europameister Adcock / Adcock aus England.

Zwei Medaillen bei der Individual-EM sicher –Übertragung der heutigen Halbfinal im Livestream

Gleich zweimal spielt heute der Wipperfürther Marc Lamsfuß um den Finaleinzug. Im Mixed wiederholte er damit mit Partnerin Isabel Herttrich (Lauf-Hersbruck) den Medaillenerfolg von vor drei Jahren. Nun geht es gegen die Russen Rodion Alimov/Alina Davletova (Weltranglistenplatz 21; Setzplatz 6) um den erstmaligen Einzug in ein EM-Finale. Der direkte Vergleich mit 2:0 spricht für das Deutsche Duo. Doch die beiden Russen warfen im Viertelfinale die an Position zwei gesetzten Franzosen Gicquel / Delrue aus dem Turnier.

Ungleich schwerer wird wohl die zweite Halbfinalbegegnung für Marc Lamsfuß werden. Zusammen mit Marvin Seidel geht es im Kampf um den Sprung ins Finale immerhin gegen die Topgesetzten Dänen Kim Astrup/Anders Skaarup Rasmussen (Weltranglistenplatz 11). Die beiden Dänen mussten aber auch in ihrem Viertelfinale gegen die französischen Popov-Brüder über die volle Distanz gehen. Und dem Deutschen Doppel gelang zuletzt bei der Mannschafts-WM in Finnland ein Sieg gegen die beiden Dänen. Dennoch führen Astrup / Rasmussen mit 7:1 im direkten Vergleich.

Wie schon die gestrigen Viertelfinalspiele, überträgt Sportdeutschland-TV die Spiele aus Kiew.

Ab 16:00 läuft dort die Übertragung. Auch mit dem Herrendoppel Lamsfuß / Seidel.

https://sportdeutschland.tv/badminton

Wer zuvor schon das Mixed Lamsfuß / Herttrich gegen Alimov / Davletova sehen will, der kann sich über den Fernsehkanal von Badmintoneurope-TV einwählen.

https://www.badmintoneurope.tv/en-int/playerpage/597107

Das Mixed ist für 13:30 (MESZ) angesetzt.

 

Bisher gelang es erst einer Spielerin des DBV, bei einer Individual-EM zwei Medaillen zu gewinnen. 2006 konnte Juliane Schenk in Den Bosch (Niederlande) Bronze im Dameneinzel und Silber im Damendoppel gewinnen. Den letzten Deutschen Europameistertitel holte 2012 Marc Ziebler, der in Schweden ohne Satzverlust den Titel im Herreneinzel gewann.

Im Mixed konnte der DBV bisher noch keine Goldmedaille holen. Die einzigen Medaillen errang der gebürtige Franke Michael Keck. 1996 erreichte er Platz drei mit Karen Stechmann und im Jahr darauf sogar Silber mit der Niederländerin Erica van den Heuvel (die beiden traten auch 1998 beim German Masters in Goldbach an). Im Herrendoppel gewannen 1974 Braun / Maiwald das Finale und den bisher einzigen Titel für den DBV.

 

Zur Einstimmung auf die Halbfinalspiele, ein spektakulärer Ballwechsel aus dem Viertelfinale von Käsbauer / Jansen über unglaubliche 53 Sekunden. Und das bei beim Stand von 23:23 im dritten Satz.

https://twitter.com/DBVbadminton/status/1388129852474134532

Und der Matchball von Lamsfuß / Seidel

https://www.youtube.com/watch?v=ZjP2EJ3aiAA

Marc Lamsfuß & Marvin Seidel machen die zweite Medaille perfekt

Schon im Viertelfinale gegen die Schotten Christopher Grimley /Matthew Grimley mussten Lamsfuß / Seidel über die volle Distanz gehen, ehe der 16:21, 21:16, 21:14-Erfolg feststand. Im Viertelfinale kam es gegen die an Nummer vier gesetzten Ben Lane / Sean Vendy erneut zu einem deutsch-englischen Vergleich. Das Duell gegen die Nummer 18 der Weltrangliste (ein Platz vor Lamsfuß/Seidel) gab es bisher einmal, mit einem Sieg für die beiden Engländer. In Kiew sah es zu Beginn sehr gut aus, für die an Position 5 gesetzten Deutschen. Mit einem souveränen ersten Satz gingen sie verdient mit 21:15 in Führung. Lane / Vendy drehten im zweiten Satz di Partie und glichen mit 21:17 zum 1:1 nach Sätzen aus. Die beiden Engländer nahmen diesen Schwung auch in den dritten Satz und lagen permanent in Führung. Erst bei 16:16 konnten Lamsfuß / Seidel erstmals ausgleichen. Mit 20:19 gelang ihnen die erste Führung, und mit 21:19 der Einzug in die Medaillenränge.

Auch Yvonne Li verpasst das Halbfinale

Mit Setzplatz 3 ging Yvonne Li in diese EM. Mit einem kampflose Auftaktspiel und einem Zwei-Satz-Sieg über die Engländerin Freya Redfearn erreicht Li das Viertelfinale. Dort stand das Duell mit der Türkin Neslihan Yigit an. Die bisherige Bilanz der beiden war mit 2:2 ausgeglichen. Das letzte Duell Anfang des Jahres verlor Yvonne Li. Und auch in Kiew kam die Deutsche Meisterin nicht so richtig in Spiel. Ygit holte sich den ersten Satz mit 21:16. Und auch im zweiten Satz kontrollierte sie das Spiel. Mit einem weiteren 21:16 machte sie ihre erste Halbfinalteilnahme gegen Weltmeisterin Carolina Marin perfekt.

Damendoppel Herttrich / Efler im Viertelfinale ausgeschieden

Im Damendoppel kam es erneut zu einem Vergleich Deutschland – England. Auch in diesem Duell konnten die Engländerinnen Setzplatz 2 aufweisen. Beim DBV-Duo ging Linda Efler gehandicapt in diese EM. Schon das Achtelfinale gegen das Türkische Doppel Bengisu Ercetin/Nazlcan Inci geriet zu einer Hängepartie, ehe sich Efler / Herttrich mit 22:20, 16:21, 21:16 durchsetzen konnten.

Die Geschichte des Viertelfinales ist schnell erzählt. Gegen die topmotivierten und flinken Chloe Birch/Lauren Smith, die eine 5:0-Bilanz gegen die Deutschen aufweisen können, war das DBV-Duett beim 10:21 / 14:21 relativ chancenlos.

Auch Linda Efler hat sich schon in Goldbach vorgestellt. 2007 war sie beim U13-Masters – Vorläufer der 2. DBV-U13-Rangliste – schon auf den vorderen Plätzen zu finden. Im Jahr darauf gelang Isabel Herttrich – in der für sie mittlerweile eher ungewohnten Einzeldisziplin – der 3. Platz bei der Deutschen U19 Rangliste in Goldbach.

Bittere Niederlage für das Herrendoppel Käsbauer / Jansen

Im zweiten Viertelfinale für die DBV-Spieler unterlagen Peter Käsbauer und Jones Jansen hauchdünn mit 21:16 / 12:21 / 24:26. Auch dieses DBV-Duo hat eine „Goldbacher Vergangenheit“. Der gebürtige Weidener Käsbauer war, wie Isabel Herttrich, im Team des PTSV Rosenheim, das 2013 seine „Heimspiel“ in der TVG-Sporthalle bestritt. Jones Ralfy Jansen schaffte 2017, an der Seite von Mark Lamsfuss den Aufstieg in die Bundesliga.

In Kiew zeigten die beiden eine tadellose Leistung auf ihrem Weg ins Viertelfinale. Dort gingen sie gegen die an Position 2 gesetzten Engländer eigentlich als Außenseiter ins Rennen. Doch im ersten Satz düpierten sie Ellis / Langridge ein ums andere Mal und gewannen ziemlich sicher mit 21:16. Die englischen Favoriten schauten dem aber nicht lange zu. Schnell erspielten sie sich einen sicheren 7-Punkte-Vorsprung zum Auftakt des zweiten Satz, und zogen ihr Spiel zum 21:12 Satzausgleich auch durch. Der Entscheidungssatz geriet dann zu einer emotionalen Achterbahn auf beiden Seiten. Immer wieder wechselte die Führung. Immer wieder kam es zu Diskussionen unter den Spielern über knappe und umstrittene Entscheidungen. Käsbauer / Jansen konnten am Ende einen 20:18-Vorsprung leider nicht ins Ziel retten. Nach spannenden Ballwechseln in der Verlängerung, mit einer längeren Behandlungspause für Jansen, zogen die beiden Engländer mit 26:24 ins Halbfinale ein.

EM in Kiew: Lamsfuss / Herttrich sichern erste Medaille für den DBV

Bei der aktuell laufenden Badminton-Europameisterschaft in Kiew (Ukraine) gewannen Mark Lamsfuss und Isabel Herttrich heute Vormittag ihre Viertelfinalpartie und stehen damit im Halbfinale. Da auf der EM die Plätze drei und vier nicht ausgespielt werden, bekommen die Verlierer der beiden Halbfinalspiele automatisch die Bronzemedaille. Diese haben die an Position drei gesetzten Lamsfuss / Herttrich nun schon sicher.

Im gestrigen Achtelfinale benötigen sie gerade einmal 22 Minuten um sich gegen die türkische Paarung Emre Sonmez/Zehra Erdem mit 21:9 / 21:10 durchzusetzen. Im Viertelfinale standen ihnen die an Position fünf gesetzten Robin Tabeling/Selena Piek gegenüber. Die beiden Niederländer werden in der Weltrangliste auf Platz 18 geführt und damit nur drei Plätze hinter dem deutschen Duo. In den bisherigen beiden Vergleichen konnte jedes Duo je einmal gewinnen.

Überraschenderweise blieb im Viertelfinale die große Spannung aus. Lamsfuss / Herttrich erwischten einen Start nach Maß und lagen zur 11-Punkte Pause schon deutlich vorne. Satz 1 ging klar mit 21:8 an die beiden Deutschen. Im zweiten Durchgang blieben Tabeling / Piek bis zur Satzmitte auf Augenhöhe. Die Führung wechselte des Öfteren. Doch ab Satzmitte setzten sich Lamsfuss / Herttrich mehr und mehr ab und zogen am Ende verdient nach gerade Mal 30 Minuten mit 21:12 in das Halbfinale ein.

Mark Lamsfuss war im April 2017 in Goldbach zu sehen (Foto: rechts). Bei der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga, schaffte der Wipperfelder mit seinem Team den Sprung in die erste Liga. Auch Isabel Herttrich war in Goldbach schon aktiv (Foto: links). Anlässlich unserer 40-Jahr-Feier spielte sie beim Duell Rosenheim gegen Lüdinghausen für die Oberbayern mit. Kurioserweise, war bei diesem Spiel auch Selena Piek am Start. Sie stand damals noch in den Reihen von Union Lüdinghausen.

Im Laufe des heutigen Nachmittags haben die Deutschen Spieler*innen noch vier weitere Optionen auf eine Halbfinalteilnahme.