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Verkehrszahlen nach neuer Umleitungsstrecke

In der ersten Woche nach der Verlegung des Orts- und Durchfahrtsverkehrs auf die Umleitungsstrecke D (Schubertstraße, Schöllkrippener Straße) hat sich der Verkehr im Bereich des fertiggestellten Abschnitts der Hauptstraße nochmals um ca. 20 % reduziert. Im Durchschnitt nutzten werktags noch ca 7000 Fahrzeuge täglich diese Strecke. Das sind etwa 45% weniger Fahrzeuge als vor Beginn der Baumaßnahmen an der Lebensader Hösbachs. Gleichzeitig nahm das Geschwindigkeitsniveau und damit die Lärmbelästigung wieder signifikant zu. Hier die genauen Messdaten.

Als durchgängig vorfahrtsberechtige Umleitungsstrecke steht momentan nur noch die Mühlstraße zur Verfügung, die entsprechende Mehrbelastungen zu verzeichnen hat.

Verkehrsbelastung im Bereich Hauptstraße West

Wie haben sich die Verkehrszahlen in den ersten 25 Wochen nach Fertigstellung des ersten Teilabschnitts der Hauptstraße im Vergleich zur vorherigen Situation geändert? Diese Frage wurde auf der VIH-Jahresversammlung geklärt. Die nachfolgende Grafik fasst die wesentlichen Ergebnisse als Wochendurchschnitt zusammen:

Verkehrsbelastung nach 25 Wochen

Im Ergebnis fahren durchschnittlich 9713 Fahrzeuge täglich in diesem Bereich. (Detaillierte Zahlen in der Rubrik Fakten Verkehrsdaten). Im Vergleich zu den 12740 Fahrzeugen die vor den Baumaßnahmen ermittelt wurden, bedeutet dies bei der aktuellen Umleitungssituation einen Rückgang von 24%. (Zur Erinnerung: Im ISEK wurde eine Verkehrsreduzierung von 30 % angestrebt.) 

Die Zahl deutet aber schon mal darauf hin. dass die beabsichtigte 30% ige Verkehrsreduzierung nach Fertigstellung der kompletten Hauptstraße im Jahr 2023 nur schwer erreichbar sein wird.

Das Geschwindigkeitsniveau lässt sich so beschreiben:

Im Durchschnitt fahren 92 % der Fahrzeuge schneller als 30 km/h, 38 % schneller als 40 km/h und 4% schneller als 50 km/h. Das ist umso bemerkenswerter, da im schalltechnischen Gutachten des Büros Wölfel mit einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h gerechnet wurde. Schon mit dieser wohlwollenden Annahme wird ein nächtlicher Schallpegel von 63,3 db(A) errechnet, der im übrigen alle Orientierungswerte und Auslöseschwellen für Lärmsanierungen überschreitet.

Nachfolgend eine Übersicht über die unterschiedlichen Grenz-bzw. Orientierungswerte für Lärmimissionen in Dorfgebieten:

Minimalziel WHO und UBA: 65 db(A) tags/ 55 db(A) nachts

Orientierungswerte für städtebauliche Planungen DIN 18005 Bbl.1 für Mischgebiete 60 db(A) tags/ 50 db(A) nachts

BImSchV für Mischgebiete 64 db(A) tags/ 54 db(A) nachts

VLärmSchR 97 für Mischgebiete 69 db(A) tags/ 59 db(A) nachts

Lärmschutzrichtlinien StV 2007 72 db(A) tags/ 62 db(A) nachts

11.Sitzung Lenkungsausschuss

am 10.5. 2017 fand die 11. Sitzung des Lenkungsausschusses statt. Hier die Ergebnisse in Kürze:

  • Baustelle Junge Mitte
    Durch Witterungseinflüsse und aus diversen anderen Gründen hat sich der Baustellenfortschritt um einige Wochen verzögert. Die aktuelle halbseitige Sperrung an der Einmündung Röntgenstraße wurde durch Arbeiten an den Telekommunikationsleitungen notwendig.
  • Voraussichtlich ab Mitte Juni wird die Röntgenstraße gesperrt. Details an der Umleitungsstrecke im Bereich Rentingweg werden noch geklärt.
  • Verkehrszahlen
    aktuelle Verkehrszahlen wurden vorgestellt. Nach wie vor hohe Belastung auf der Umleitungsstrecke. Vollsperrungen auf der A3 im Jahr 2016 waren rückläufig.
  • Zum nächsten Lenkungsausschusstermin wird ein Vertreter der Polizei teilnehmen. Themen: LkW-Umleitungskonzept wird nicht befolgt, Kontrolle LkW-Durchfahrtsverbot, Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ortsbereich, LkW-Abstandsgebot auf der A3 im Bereich Einhausung wird nicht befolgt
  • Staatliches Bauamt
    Planungen zur Abzweigung Laufach am Stachus laufen, ebenso die Planungen zum kreuzungsfreien Umbau der A3-Anschlussstelle Hösbach
  • Daten der Straßenverkehrszählung von 2015 liegen noch nicht vor

Tag gegen Lärm

Am 26.4. findet der 20. internationale Tag gegen Lärm statt. An diesem Tag soll auf die vielfältigen Lärmbelastungen und was dagegen getan werden könnte, hingewiesen werden.

Fluglärm, Eisenbahnlärm, Auto- und Schwerverkehrslärm durch Bundesautobahnen, Bundes- und sonstige Straßen wären auch in Hösbach Gründe, sich über die schädlichen und belästigenden Auswirkungen von Lärm Gedanken zu machen. Auf der kommunalpolitischen Agenda ist das Thema leider nicht zu finden.

Bürgermeister und Bürgermeisterkandidaten könnnten sich im Wahljahr damit profilieren. Vorschläge für kostenlose Lärmminderungs-Maßnahmen, wie z.B. Tempo 30 auf dem schon jetzt vielbefahrenen fertiggestellten Teilstück der neu ausgebauten Hauptstraße werden aber auf die lange Bank geschoben.

 

 

Verkehrswende

Während die Bundesregierung die Einführung der Ausländermaut bejubelt, gibt es auch Gremien, die sich Gedanken über die Verkehrswende und die Dekarbonisierung des Mobilitätssektors machen. Der Rat der Agora Verkehrswende hat 12 Thesen dazu zur Diskussion gestellt.

Den Thesen kann man Sätze wie „Attraktive Städte sind nicht autogerecht“ und „Auf dem Land bleibt das private Auto wichtig“ entnehmen. Die Autoren weisen auch auf die klimaschädlichen Subventionen wie Pendlerpauschale und Dienstwagenprivileg hin, die das anhaltende Verkehrswachstum noch verstärken.

In Hösbach warten wir erstmal auf die Ergebnisse der Straßenverkehrszählung von 2015 um festzustellen, ob der Verkehr tatsächlich zugenommen hat. Auf die Mobilitätswende werden wir wohl noch ein bißchen warten müssen.

 

Verkehrsstatistik Hauptstraße

In den ersten 14 Wochen nach der Eröffnung des ersten Teilstücks der Lebensader Hösbach zeichnen sich steigende Verkehrsmengen ab. Die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung lag in der letzten Messwoche bei 10.000 Fahrzeugen. Im Durchschnitt des bisherigen Messzeitraums liegt die Verkehrsminderung gegenüber dem vorherigen Zustand bei 27 %. Dies läge im Bereich der im ISEK angestrebten Verkehrsminderung von 30%.  Allerdings bildet die aktuelle Verkehrsmenge aufgrund des Umleitungskonzepts nur einen Teil des Verkehrsstroms ab.

Im fertiggestellten 1. Teilstück überschreiten im statistischen Durchschnitt 92% der Fahrzeuge eine Geschwindigkeit von 30 km/h, 36 % eine Geschwindigkeit von 40 km/h und 3 % fahren schneller als 50 km/h. Die kompletten Daten finden sich im Bereich Fakten  Verkehrsdaten unter Verkehrsdaten Hauptstraße West.

Umleitungsverkehr am Sonntag

Einmal mehr bewies die Baustellen-Umleitungsstrecke ihre Leistungsfähigkeit. Eine rekordverdächtige Verkehrsbelastung wurde um die Mittagszeit gemessen. Das 2-3 fache der üblichen, sonntäglichen Verkehrsmenge schlängelte sich durch die Ortsdurchfahrt.

1450 Fahrzeuge pro Stunde werden sonst nicht mal zu den werktäglichen Spitzenstunden erreicht. Trotz des dichten Verkehrs, schafften einige Fahrzeuge eine Geschwindigkeit von über 70 km/h.

Bilder dazu finden sich in unserer Stau-Foto-Galerie.

Nimm-mich-mit-Bänke

Etwas überraschend fasste der Hauptausschuss den Beschluss,  Mitnahmebänke in Hösbach aufzustellen. Diesem Vorhaben kann man nur viel Erfolg wünschen und hoffen, dass sich damit die Verkehrsmengen in Hauptstraße und Schöllkrippener Straße reduzieren lassen.

Ein ähnliches, ausgereiftes Konzept verfolgt die Stadt Schwäbisch Gmünd mit der Mitfahrscheibe.

Nimm-mich-mit-Bank nach dem Konzept der Mitfahrscheibe

Eine Projektgruppe möchte mit umfassenden Angeboten und Unterlagen in professionellem Design Verhaltensänderungen im Bereich Mobilität und effektiverer Nutzung von Fahrzeugen erreichen.

Bundesweiter Städtevergleich Nahverkehr

Ein aktuelle Vergleichsstudie zur Qualität des öffentlichen Nahverkehrs verdeutlicht gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und allgemeine Trends in diesem Sektor. Eine allgemeine Tendenz ist beispielsweise die Verbilligung der Parkgebühren und demgegenüber eine überproportionale Verteuerung der Fahrpreise für Busse und Bahnen.

Aschaffenburg ist in diesem Vergleich zwar nicht aufgeführt, doch lässt der Preisvergleich für Monats-Abokarten den Schluss zu, dass eine VAB Monatskarte Hösbach- Aschaffenburg ungefähr soviel kostet wie in München, mit einem deutlich besser ausbauten Netz und  deutlich höherem Takt.