Hösbacher Nachrichten 20.01.2022

Willkommen 2022!

Wir wünschen Euch ein frohes neues Jahr mit viel Glück und Zufriedenheit, vor allem aber Gesundheit und hoffen, dass Ihr Gut reingekommen seid!

Republik der Raser

Autofahrer/innen sind in deutschen Orten/Städten oft zügiger unterwegs als erlaubt. Verkehrspsychologen erklären das mit falschem Straßendesign, niedrigen Bußgeldern, fehlenden Kontrollen.
Sollte Innerorts überall Tempo 30 gelten?
Viele Autofahrer/innen in Deutschlands Orten/Städten interpretieren Geschwindigkeitslimits offenbar als grobe Richtgröße. Tempo 30 bedeutet vielerorts real Tempo 40, wo Tempo 50 gilt, wird oft zwischen 55 und 60 gefahren.
Wenn die Straßen frei sind, vor allem nachts, sind etliche Autofahrer/innen noch schneller unterwegs. In den Hauptstädten der Schnellfahrer wie Dresden, Halle(Saale) und Kiel fährt dann rund die Hälfte aller erfassten Autos mit mindestens 40 km/h durch Tempo 30 Zonen. Tagsüber sinkt der Anteil – offenbar auch weil dichter Verkehr schnelleres Fahren verhindert. Massive Überschreitungen gibt es auch in Tempo 50 Zonen.
„Ähnliche Erfahrungen zeigen auch die von der VIH erhobenen Daten aus der Hauptstraße, welche Sie auf unserer Homepage nachlesen können.“

Tempo 30 gilt in der Regel innerhalb von Wohngebieten oder rund um Schulen, um den Straßenverkehr sicherer zu machen. Ein 30 km/h schnelles Auto kommt bei einem plötzlich auftretenden Hindernis bei idealen Bedingungen nach 13 Metern zum Stehen. Ein 50 km/h schnelles Auto legt während der Reaktionszeit von einer Sekunde 14 Meter zurück – „ungebremst“ und kommt erst nach 26 Metern zu Stehen. „50 fahren wo nur 30 erlaubt ist, ist kein Kavaliersdelikt“ sagt Siegfried Brockmann, Leiter Unfallforschung der Versicherer. „Da liegt die Grenze zwischen Leben und Tod.“
Verkehrspsychologen beschäftigen sich schon lange mit der Frage, wie Fahrer/innen animiert werden können, regelkonform und sicher zu fahren. Ein wichtiger Faktor ist die Straße selbst. Ist diese gerade, glatt und breit, wird fast schon automatisch zu schnell gefahren. „Es nützt nichts, einfach ein Tempo 30 Schild aufzustellen,“ sagt der Unfallforscher Brockmann. Es müsse sich optisch erschließen, welche Geschwindigkeit zu dieser Straße angemessen sei, durch Hindernisse, Kurven, Verengungen. Die Gestaltung der Straßen sei ein wichtiger Faktor, deshalb müsse man die Straßenplaner/innen in die Pflicht nehmen.
(Auszug aus „Der Spiegel, Nr. 2/8.1.2022 Seite 40/41“)

Bundesmobilitätsgesetz

Am 16.12.21 fand auf der Plattform Klimaschutz im Bundestag in Zusammenarbeit mit dem VCD eine Diskussion zur Notwendigkeit eines Bundesmobilitätsgesetzes statt. Den Gesetzesvorschlag dazu möchte der VCD Ende Januar 2022 vorstellen. Mit der Verabschiedung eines solchen Gesetzes könnte auch in Hösbach und im Landkreis Aschaffenburg die ein oder andere müßige Meinungsverschiedenheit mit Polizei und Kreissstraßenverwaltung beendet werden. Weitere Hintergrundinformationen und die Vorträge lassen sich ebenfalls auf der Plattform anschauen. Eine Pflichtlektüre für alle, die sich mit Mobilitätsfragen befassen und verstehen wollen wie integrierte Entwicklungsplanung funktionieren sollte – einschließlich des neuen Hösbacher Citymanagers.

Wer nicht die Geduld für das Anschauen der kompletten Aufzeichnung aufbringt, sollte sich zumindest den Videoclip am Ende der Konferenz anschauen.

Aufzeichnung der Online-Konferenz 16.12.21

„Wieder geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende,
drum wünschen wir allen unseren
Mitgliedern/innen und Mitbürgern/innen
ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest,
 sowie Friede und vor allem Gesundheit für das neue Jahr. „
Auch möchten wir uns ganz herzlich
bei all unseren Unterstützern/innen bedanken.

Das desintegrierte städtebauliche Entwicklungskonzept

in der jüngsten Ausgabe der Hösbacher Nachrichten wurde auf die Veröffentlichung der Fortschreibung des ISEK 2012 auf der Webseite des Markt Hösbach hingewiesen. Untersucht wurde allerdings, entgegen dem damaligen integrierten Ansatz, lediglich städtebauliche Aspekte. Problembereiche wie Verkehr und Einzelhandel wurden ausgeklammert bzw. werden isoliert betrachtet. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung fand nicht statt.

Verwunderlich ist weiterhin, dass das Konzept keine Erwähnung in der Bürgerinformationsveranstaltung am 30.11. 2021 fand, obwohl es schon seit Juli 2021 in der Schublade liegt. Widersprüchliche Aussagen werden auch zu dem 3.Bauabschnitt getroffen. Der Einleitung des Fortscheibungskonzepts zufolge befindet sich der 3.Bauabschnitt „bereits in Ausführung“. Dieser Umstand dient auch als Begründung, das Thema Verkehr nicht weiter zu untersuchen. Aufgrund der Nachfrage zum Stand des 3. Bauabschnitts in der Bürgerinformationsveranstaltung erklärt der Bürgermeister, dass im nächsten Jahr dort sicher nichts passiert, da zunächst die Schadstellen der Schöllkrippener Straße saniert werden. Möglicherweise wurde das fortgeschriebene Konzept, bzw. der schon im April beschlossene, vom Gemeinderat in geheimer Sitzung beschlossene Teil, auch deshalb nicht erwähnt, weil es keine wesentlichen Änderungen zu dem bisherigen Konzept gibt.

Im Gegensatz dazu hätte der zur Entscheidung auf die nächste Generation vertagte Teil durchaus Erwähnung verdient. Die Vision 2051 1/2 mit der 2. Ebene ist eine städtebaulich interessante Idee, auch wenn das eigentliche Problem der zu hohen Verkehrsbelastung damit keineswegs gelöst würde. Die Augen muss man sich reiben bei der Betrachtung der Variante C der Gestaltung des Entrees zum Altort Ost. Darin wird zur „Entspannung“ der unübersichtlichen Kreuzung (wohl damit Lastzüge leichter abbiegen können) ein Gebäude abgerissen, das nach dem beschlossenen, fortgeschriebenen Konzept als städtebaulich wertvoll bewertet wird und eigentlich erhalten werden sollte. Aufregen muss sich aber niemand, wie gesagt, nach dem Beschluss des Gemeinderats in seiner Geheimsitzung im April wurde das Thema abschließend besprochen und wird nicht weiterverfolgt. „Eine weitere Vertiefung alternativer Vorgehensweisen ist nicht mehr notwendig“. Wie viele der heutigen Probleme wird also auch dieses ein Problem der nächsten Generation.

Offen bleibt die Frage, wann die nächste nichtöffentliche Sitzung geplant ist, in der die provisorische Gestaltung des 3. Bauabschnitts besprochen wird und wann die Hösbacher von den Ergebnissen erfahren.

Der immerwährende Verkehr…

…war Anlass für viele Fragen anlässlich der online-Bürgerinformationsveranstaltung am 30.11.2021. Auf alle Fragen der VIH gab es mehr oder weniger zufriedenstellende Antworten, manche entsprachen nicht den Fakten. Beispielsweise die These von weniger Verkehr auf der Hauptstraße. Richtig ist, dass während des Corona-Lockdowns die Verkehrszahlen um ca. 30 % zurückgingen – wie in der gemeinsamen Zielsetzung des des ISEK -Verkehrskonzepts vereinbart. Abgesehen von dieser Ausnahmesituation ist allerdings kein Verkehrsrückgang festzustellen. Unklar bleibt auch, warum das ISEK-Verkehrskonzept nicht fortgeschrieben wird, so wie es beim städtebaulichen Konzept und dem Einzelhandelskonzept selbstverständlich ist. Die Verwaltung ist an allem dran, am Fahrradkonzept, am Aschafftal-Radschnellweg, am Nahverkehr, am on-demand-Konzept, an der Verkehrsführung zu den 4 neuen Baugebieten, an Verbesserungen des A3-Verkehrs und kann Entscheidungen nur in Abstimmung mit andern Behörden treffen oder treffen lassen. Entscheidend aber: es gibt es im Markt Hösbach weder einen verbindlichen, konsensfähigen Plan, noch eine Vision wie die künftige Mobilität in Hösbach aussehen soll.

Wenn die Prognosen aus den Zwischenergebnissen der A3 Untersuchung zutreffen, nimmt die Verstopfung der Hauptstraße und der Schöllkrippener Straße weiter zu und wird nach Abschluss der Hauptstraßensanierung und der Realisierung der neuen Baugebiete zum Dauerzustand werden. Die mühsam erkämpfte Verkehrsentlastung der Schöllkrippener Str. durch die Abhängung der AB 24 wird durch die neuen Baugebiete sicher überkompensiert. Reboundeffekt nennt sich das. Naja , man ist dran, besinnliche Adventszeit noch…

Hösbacher Nachrichten 18.11.2021

Vollsperrung der Hauptstraße im 2. Bauabschnitt:

Seit Freitag 12.11. ist die Hauptstraße, laut Anwohnerinformation der ausführenden Fa. Weiss vom 10.11.2021, im aktuellen Bauabschnitt wegen der Vor-und Nacharbeiten zum Einbau der Asphalttragschicht auch für die Anwohner nicht befahrbar. Ab Samstag 20.11. ist die Fahrbahn dann wieder befahr- und begehbar.
Gerne wären die Anwohner früher darüber vom zuständigen Bauamt informiert worden, um sich rechtzeitig einen Parkplatz für Ihr Fahrzeug zu suchen, oder Ihre Einkäufe zu erledigen, die Sie dann noch bis nach Hause transportieren hätten können, jetzt mussten diese je nach Wohnlage, entweder von der Hirtenstraße oder der Spessartstrasse dorthin getragen werden.
Die Durchfahrt im 2. Bauabschnitt, zwischen Spessartstraße und Schargasse bleibt aber dennoch für den Verkehr so lange gesperrt, bis dann im Frühjahr 2022 je nach Witterung der Flüsterasphalt aufgebracht werden kann. Erst danach wird eine Freigabe der Fahrbahn für den Verkehr erfolgen.

Herbst- und Winterzeit ist Unfallzeit:

Die Tage werden wieder merklich kürzer, Dunkelheit, Regen, Nebel und schlechte Sicht sorgen in der kommenden Jahreszeit für steigende Unfallzahlen. Es empfiehlt sich vor allem für unsere Schulkinder, Fußgänger und Radfahrer jeden Alters, in dieser Jahreszeit mit kontrastreicher Kleidung, dem Tragen von Reflektoren und gute Beleuchtung am Fahrrad für gute Sichtbarkeit zu sorgen. Jeder Schüler, Fußgänger oder Radfahrer muss davon ausgehen, in dunkler Kleidung, von anderen Verkehrsteilnehmern nicht, oder nicht früh genug gesehen zu werden. Gehen Sie Kindern und Senioren mit gutem Beispiel voran, tragen Sie helle Kleidung, möglichst mit reflektierenden Bestandteilen, dies trägt wesentlich zu Ihrer Sicherheit und der früheren Wahrnehmbarkeit auf dunklen Straßen bei!

„Besser als Glühwürmchen unterwegs sein, als im Straßenverkehr übersehen zu werden.“

Hier noch ein Link zu einem Interessanten Artikel zu diesem Thema!

Flächengerechtigkeit und nachhaltige Mobilität

In der VIH- Jahresversammlung am 28.10. wurden die Anstrengungen und Versuche der Verkehrs-Initiative zur Verbesserung der Verkehrssituation in Hösbach nochmals reflektiert. Fortschritte sind nach Meinung der Versammlungsteilnehmer leider kaum erkennbar, da sich Verwaltung und Marktgemeinderat vehement gegen eine Gesamtbetrachtung der Mobilität und eine Fortschreibung des ISEK Verkehrskonzepts sträubt. Der Markt Hösbach verfolgt lieber isolierte Einzelkonzepte.

Ein Beispiel wie es besser gehen könnte, zeigt die Verkehrswende Leipzig.

Grafik der Verkehrswende Leipzig.
In einem Hintergrundpapier wird die Aktion näher erläutert.

Wie sieht das in Hösbach aus?

Rechnet man den Flächenbedarf auf die Hauptstraße Hösbach um, bedeutet dies, dass bei Nulltempo gerademal 900 Autos mit 1170 Personen auf die Hauptstraße passen, „Parkzeuge“ nicht mitgerechnet. Aktuell fahren in der Spitzenstunde zwischen 1000 und 1200 Fahrzeuge in der Hauptstraße. Hier liegt in etwa auch die Kapazitätsgrenze. Auf der A3 fahren ca. 10.000 Fahrzeuge in der Spitzenstunde, Tendenz nach der aktuellen verkehrstechnischen Untersuchung stark steigend. Wenn in einem A3-Bedarfsumleitungsfall der A3- Verkehr inclusive Lkws dann noch über die momentan einzige Umleitungsstrecke Hauptstraße gelenkt werden soll, stellt sich schon die Frage, wie dies funktionieren soll. Ablenkungsmanöverstudien sind jedenfalls keine Lösung.

Hösbacher Nachrichten 11.11.2021

Kurzprotokoll Jahreshauptversammlung der Verkehrs – Initiative – Hösbach e.V.  vom 28.10. 2021

Die Tagesordnung lautete wie folgt: 

1. Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden  

2. Bericht des 1. Vorsitzenden,

  • mit Rückblick auf die Aufgaben in 2021
  • Blick auf den 2. Bauabschnitt in der Hauptstraße
  • Isek und Lenkungsausschuss
  • die Beteiligung am Aktionsbündnis B 469
  • das regionale Mobilitäts-Siedlungs-Gutachten (ReMoSi)
  • das interkommunale Fahrradkonzept Goldbach/Hösbach
  • die zurzeit laufende Verkehrstechnische Untersuchung auf der A 3
  • die VIH im Netz
  • Blick auf die Aufgaben für 2022
  • und den 3. Bauabschnitt in der Hauptstraße.

3 + 4 Rechenschaftsbericht des Kassierers zu Mitgliederzahlen, Kontobewegungen und zur Prüfung des Kassenberichts.

5. Entlastung des Kassierers und der Vorstandschaft 

6 + 7 Bildung eines Wahlausschusses mit anschließenden Neuwahlen, bei denen es keine Änderungen bei der Besetzung von Vorstandschaft, Kassier und Schriftführer gab.

8. unter Verschiedenes wurde anschließend über die verschiedenen Punkte des Berichtes des Vorsitzenden diskutiert.

Hösbacher Nachrichten 07.10.2021

Einladung an alle VIH Mitglieder und Interessierte:

im Auftrag des 1. Vorsitzenden Hans-Peter Schmitt lade ich Dich/Euch herzlich ein zur  

Jahreshauptversammlung der Verkehrs – Initiative – Hösbach e.V.  

am Donnerstag, 28.10.2021 um 19.00 Uhr 

Bistro Bio3erlei, Schöllkrippener Str. 7, 63768 Hösbach 

Die Tagesordnung lautet wie folgt: 

1. Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden  

2. Bericht des 1. Vorsitzenden 

3. Rechenschaftsbericht Kassierer 

4. Prüfungsbericht Kassenprüfer 

5. Entlastung der Kassierer und der Vorstandschaft 

6. Bildung eines Wahlausschusses 

7. Neuwahlen 

8. Verschiedenes 

Anträge zur Ergänzung der Tagesordnung können bis spätestens eine Woche vor dem Tag der Mitgliederversammlung beim Vorsitzenden schriftlich beantragt werden. Über die Zulassung von Anträgen, die erst in der Versammlung unter Punkt „Verschiedenes“ gestellt werden, beschließt die  Mitgliederversammlung.  

Über ein pünktliches und vollzähliges Erscheinen würde sich der Vorstand freuen.

Sondersitzung Verkehrsuntersuchung A3

Mit großem Desinteresse der Hösbacher fand gestern abend die Sondersitzung des Marktgemeinderats zur Vorstellung der Ergebnisse des Gutachtens zur Verbesserung des A3 Verkehrs statt. Gerade mal 3 Bürger hatten es zur Sitzung geschafft. Ob es an der Erschöpfung nach der anstrengenden Bundestagswahl, der Corona-Lethargie oder einfach an der fehlenden Perspektive für grundlegende Verbesserungen der Mobilitätssituation in Hösbach liegt, ist unklar. Die Wunschvorstellung von Verwaltung und Gemeinderat, Verkehrsthemen unter sich und im kleinen Kreis zu besprechen, ist schon fast zur Wirklichkeit geworden.

Eine ganzheitlich ergebnisoffenene Betrachtung

Das sollte die Untersuchung des A3 -Verkehrs vom Anschluss Aschaffenburg-Ost bis Bessenbach sein. Im Auftrag des staatlichen Bauamts und der Autobahn GmbH sollten die bestehenden Strukturen optimiert werden. Das Büro Obermeyer hat dazu im Oktober 2020 nach den Regeln der Straßenverkehrsplanungskunst und dem Landesverkehrsmodell Bayern ein kalibriertes Verkehrsmodell erstellt. Erste Überraschung: Mehr als 50 % der über 100.000 täglichen Fahrzeuge auf der A3 sind kein Durchgangsverkehr, sondern regionaler Verkehr. (Ob die Umleitung für den 2. Bauabschnitt der Hauptstraße dabei eine Rolle spielt und der Verkehr nach Fertigstellung der Hauptstraße dorthin zurückverlagert wird, wurde nicht hinterfragt) Gleichzeitig sind 25% der Fahrzeuge Schwerverkehr, vorwiegend große LkWs. Zweite Überraschung: Die Prognose für die Zunahme des A3 Verkehrs bis 2035 liegt bei zusätzlichen 15000 Fahrzeugen pro Tag. Das ist doppelt so viel wie im regionalen Mobilitäts- und Siedlungskonzept angenommen. Fazit der ersten Analyse:

  • Die 6 A3-Spuren reichen eigentlich aus, werden aber nicht gleichmäßig genutzt
  • Die Leistungsfähigkeit der A3 wird durch die Anschlussstellen bestimmt.

Planfälle bis Weihnachten

Bis Weihnachten sollen deshalb verschiedene Planfälle zur besseren Verteilung des Verkehrs auf der A3, wie z.B. Tempo 80 und Aufhebung des LkW-Überholverbots berechnet und untersucht werden. Weitere Planfälle sind Änderungen der A3 Auffahrten oder eine mögliche Entlastungsstraße.

Diskussion

Alle Marktgemeinderäte lobten die nun verkehrswissenschaftlich dokumentierte Defizitanalyse zur A3. Einem Gemeinderat fiel auf, dass es ja eigentlich in Hösbach um die Verbesserung der Verkehrsituation auf den verkehrsbelasteten Straßen Hösbachs geht (wobei das vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Ziel einer 30% Verkehrsreduzierung auf der Hauptstraße nicht erwähnt wurde). Auch auf andere Mobiltätsformen wie Fahrradverkehr und ÖPNV wurde verwiesen, die in dem Gutachten keine Erwähnung finden. (Vielleicht erinnert man sich an den VIH-Vorschlag von 2018 das bisherige ISEK -Verkehrskonzept unter Betrachtung aller Mobilitätsformen und Beteiligung aller Interessengruppen fortzuschreiben). Einen Vorschlag gab es, die Hauptstraße ab Daimlerstraße in Richtung Osten als Einbahnstraße zu nutzen, was natürlich wegen Bundesstraße und Bedarfsumleitung nicht geht. Zur Abstufung der B26 schlägt der Leiter des staatlichen Bauamts vor, dass der Markt Hösbach dazu ein Rechtsgutachten erstellen lässt, wenn er das will. Weiterhin wurde die Problematik des Industriegebiets an dessen Zufahrten und dessen hohem Durchgangsverkehr erkannt. (s. ISEK 2011). Sogar die 2 neuen Baugebiete in diesem Bereich wurden angesprochen. Nach Ansicht des Leiters des staatlichen Bauamts wäre die Verkehrsführung dort eine Sache der Hösbacher Straßenplanung. Auch der A3 Umleitungsverkehr wurde thematisiert, ob er durch Ampeln beeinflusst werden könnte oder gar auf der A3 verbleiben könnte. Kommentar des Bürgermeisters: Es wurde schon alles vorgeschlagen und abgelehnt. Unter anderem auch von der Autobahn GmbH. Dessen Vertreter: Es ist halt so.

Abstimmung

Obwohl der Gemeinderat nicht über die weitere Vorgehensweise der Verkehrsuntersuchung entscheidet, da er ja nicht der Auftraggeber ist, wurde über das geplante weitere Vorgehen abgestimmt, um ein Meinungsbild zu erhalten. Es gab drei Gegenstimmen aus der Grünen-Fraktion, da die Planungsfälle mit baulichen Maßnahmen nicht befürwortet werden.

Und nun?

Genauso wie das in der Schublade liegende Fahrradkonzept ist die Untersuchung zum A3 Verkehr nur ein Teilaspekt der Mobilität in Hösbach. Eine isolierte Betrachtung des A3 Verkehrs, die isolierte Betrachtung des Fahrradverkehrs und vielleicht demnächst anstehende isolierte Betrachtung des öffentlichen Nahverkehrs werden für Hösbach vielleicht Verbesserungen bringen, vielleicht auch nicht. Solange Mobilität in Hösbach nicht in der Gesamtheit betrachtet wird und die Bürger dabei beteiligt werden, wird es, wenn überhaupt nur kleine Verbesserungsschrittchen geben. Die Gegenstimmen zu den Planungsfällen sind berechtigt. Ohne Berücksichtung der geplanten Radschnellwegtrasse macht z.B. die Untersuchung einer Entlastungsstraße keinen Sinn. Es müsste, und das wirklich ergebnisoffen, geprüft werden, wo der motorisierte Individualverkehr, angefangen vom Streetscooter, über das Pedelec bis zum Elektro -SUV in Zukunft fahren soll. Bei der Nutzung der wenigen verfügbaren Flächen zu diesem Zweck muss überlegt werden wieviele Hektar Wald gefällt werden müsste (z.B. im Vergleich zum Ausbau der B469), wieviele Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche vernichtet würde (z.B. im Vergleich zur Umgehung Pflaumheim) oder wieviele Hektar Wiesen versiegelt würden (z.B.im Vergleich zur Umgehung Sulzbach). Ergebnisoffen müsste dabei auch geprüft werden, ob z.B. ein Radschnellweg temporär bei definierten A3 Staufällen als Bedarfsumleitung (Tempo 30 wie auf der Hauptstraße) genutzt werden könnte. Mit dem Vorschlag des Radverkehrsplaners links und rechts der Autobahn Radschnellwegspuren zu führen, sollte eine solche sharedspace-Lösung denkbar sein. Zumal der jetzige Radweg auch jetzt schon von den Kraftfahrzeugen der Autobahnmeisterei genutzt wird.

Wie bei allen bisherigen mehr oder weniger erfolgreichen Verkehrskonzepten lautet die Botschaft des neuen Konzepts an alle anwesenden und nicht anwesenden verkehrsbetroffenen Hösbacher: Lächelt und seid froh, es könnte noch schlimmer kommen. Und wir lächeln und sind froh und es kommt noch schlimmer…