Noch herrscht Stille in der Hauptstraße. Ab 27.6.2026 um 4:30Uhr wird sich das wieder ändern und der Lärmpegel wieder anschwellen. Nach fast 11 Jahren Baustelle an der Hauptstraße wird der Verkehr ab diesem Zeitpunkt wieder rollen.

Ab Ende Juni werden sich wieder einige Millionen Fahrzeuge pro Jahr hier durchquetschen.
Die verkehrlichen Ziele des ISEK, die 2011 in einem Bürgerbeteiligungsprozess erarbeitet und vom damaligen Marktgemeinderat einstimmig beschlossen wurden, sind längst in Vergessenheit geraten:
- Niemand erinnert sich an das Leittziel, einer Verkehrsreduktion von 30% in der Hauptstraße oder will sich daran erinnern.
- Keine Rede ist mehr von der Sofortmaßnahme Ausweisung des Straßenzugs „An der Maas“ als reine Anliegerstraße
- Radfahrer und Fußgänger sollten gegenüber dem motorisierten Verkehr möglichst gleichwertig behandelt werden. Eine Verbesserung der Fußgängerquerung über die Hauptstraße im Ortszentrum an der Kirche wurde abgelehnt, die alte Ampel bleibt so wie sie ist.
- Bürgerbeteiligung wurde von Bauabschnitt zu Bauabschnitt auf Null reduziert.
Anstatt das Leitziel Verkehrsreduktion umzusetzen, wurde im Laufe des letzten Jahrzehnts weiterer Verkehr dazugeplant. Der Kraftfahrzeugverkehr von 3 Neubaugebieten wird auf der Schöllkrippener Straße gebündelt und in die Hauptstraße entsorgt. Auswirkungen auf die Knotenkapazität Hauptstraße-Schöllkrippener Straße wurden nicht ernsthaft untersucht.
Wenn es ganz dumm läuft, fahren dann bei einem Unfall auf der A3 mit Vollsperrung der Einhausung für die Dauer der Umleitung nochmal ca. 100.000 PkW und LkW durch die neue, flüsterasphaltierte Hauptstraße( oder die bereits ramponierten Schleichwege im Ort). Die Bedarfsumleitung für die A3 ist ja geblieben.
Ab nächster Woche werden wir dann wissen wie schlimm es wird, ob nicht so schlimm oder noch viel schlimmer. Die alten Probleme bleiben auch auf der neu asphaltierten Straße die gleichen: zu viel motorisierter Individualverkehr, mangelnde Attraktivität und Angebote von Alternativen.